Burgtheater Wien

Das Wiener Burgtheater ist das größte deutschsprachige Sprechtheater und erfreut sich seit jeher größter Beliebtheit unter der Bevölkerung. Bereits im 19. Jahrhundert gehörten die Gerüchte und Skandale um die Burgschauspieler zu den beliebtesten Themen der Wiener. Auch heute ist die Begeisterung der Bevölkerung ungebrochen und das Burgtheater weist- anders als die meisten Theaterhäuser- eine kontinuierlich hohe Auslastung auf. Interimistische Direktorin des zuletzt durch einen Finanzskandal erschütterten Burgtheaters ist seit März 2014 die deutsche Theaterfachfrau Karin Bergmann.

Geschichte des Hauses – Das Burgtheater als „Teutsches Nationaltheater“

1776 wurde das ursprünglich neben der Wiener Hofburg gelegene Theater per Dekret von Kaiser Joseph II. als „Teutsches Nationaltheater“ unter die Administration des kaiserlichen Hofes gestellt. Eine bauliche Verbindung zwischen dem alten Gebäude am Michaelerplatz und der Hofburg ermöglichte es dem Herrscherhaus, die kaiserlichen Logen direkt zu erreichen. Dadurch erlangte das Wiener Burgtheater den Status eines Theaters „für Volk und Hof“, das erstmals Kontakt zwischen der breiten Bevölkerung und dem Kaiserhaus herstellte. Vor allem Kaiserin Maria Theresia wählte die hier stattfindenden Vorstellungen bewusst als Forum, um politische Erfolge zu feiern oder Freudenbotschaften zu verkünden.

Stadterweiterung & Anlage der Wiener Ringstraße

Im Zuge der Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Franz Joseph I. wurde beschlossen, das renommierte Theater auf die Wiener Ringstraße zu verlegen. So begannen 1874 die Bauarbeiten des neuen Hoftheaters, das aufgrund des Engagements des Architekten Gottfried Sempers äußerliche Ähnlichkeiten zur Dresdner Semperoper aufweist. Im Zuge der 14-jährigen Arbeiten zerstritt sich Letzterer jedoch mit seinem Kollegen Karl Freiherr von Hasenauer, welcher das Projekt daher bis 1888 alleine fertigstellte. Als erster elektrisch beleuchteter Monumentalbau erregte das neue Theater großes Aufsehen und wurde von der Bevölkerung durchaus positiv aufgenommen. Bald wurden akustische Mängel deutlich, die aber bereits 1897 durch einen Umbau des Zuschauerraums beseitigt wurden.

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen – Zerstörung & Wiederaufbau

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde neben anderen bedeutenden Gebäuden (z.B. die Wiener Staatsoper) auch das Burgtheater durch einen Bombenangriff schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Die Arbeiten des Aufbaus dauerten bis 1955, ehe das Burgtheater mit der feierlichen Aufführung von Mozarts Werk „Eine kleine Nachtmusik“ wiedereröffnet wurde.

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