Volkstheater Wien

Das Volkstheater Wien wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Gegenstück zum Wiener Hofburgtheater (heute: Burgtheater) und im Zeichen des Wiener Bürgertums errichtet. Mit der Planung und Umsetzung des im Stile des Historismus erbauten Theaters wurden die meistbeschäftigten Theaterarchitekten der damaligen Zeit, Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, betraut.

Geschichte des Hauses – Ein Theater für das Volk

Die Eröffnung des Wiener Volkstheaters fand am 14. September 1889 mit dem Stück „Der Fleck auf der Ehr“ von Ludwig Anzengruber statt. Mit der Gründung des Volkstheaters wollte man vor allem eine Sprechbühne schaffen, die breiten Bevölkerungskreisen den Zugang zu Volksstücken, aber auch zur klassischen und modernen Dramenliteratur ermöglicht. Daraus lässt sich auch der große Zuschauerraum begründen, der gleichzeitig moderate Preise ermöglichen sollte. Die Prämisse, eine gute Sicht zur Bühne und eine ansprechende Akustik sicherzustellen, den Zuschauerraum dafür aber mit wenigen Logenplätze und Normalbestuhlung auszustatten, unterstrich die Bemühungen, schon bei der Planung für die großen Massen des Publikums vorzusorgen.

Kaiser Franz Joseph I. förderte die Idee eines Volkstheaters, beteiligte sich jedoch nicht an dessen Finanzierung. Der Schauspieler Alexander Girardi (1850–1918) stellte dazu passend fest: „Der Kaiser gab den Platz, der Bürger seinen Schatz.“

Spielplan im Zeichen der Tradition – Klassische Werke in zeitgemäßen Inszenierungen

Der prächtige Bau, der damals noch im Stadterweiterungsgebiet gelegen war, ist heute als eines der größten Theater im deutschsprachigen Raum Bestandteil des innerstädtischen Kulturgebiets Wiens. Die Ziele der Gründer wurde auch in der über hundertjährigen Geschichte des Volkstheaters von den meisten Direktoren beibehalten: Klassiker in zeitgemäßen Inszenierungen- die Wiener Volkstheaterklassiker Ferdinand Raimund und Johann Nestroy, sowie die zeitgenössische Dramatik dominieren noch heute die Spielpläne. Ab der Spielzeit 2005/06 übernahm Michael Schottenberg die Direktion des Wiener Volkstheaters.

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