Franz Schubert

Franz Schubert war ein österreichischer Komponist, der durch seine Werke vor allem als großer Meister des Kunstlieds in die Musikgeschichte eingegangen ist. Er gilt als einer der produktivsten Komponisten überhaupt und schrieb neben seinen zahlreichen Liedern, Bühnen- und Orchesterstücken auch bedeutende Chor- und Kirchenwerke.

Musikalisches Schaffen

Franz Schubert wurde am 31. Jänner 1797 in der Nähe von Wien geboren und zunächst von seinem Vater in Musik und Geige unterrichtet. Von seinem Bruder Ignaz erhielt er ersten Klavierunterricht. In jungen Jahren wurden ihm als Chorknabe der Wiener Hofkapelle und als Schüler des italienischen Starkomponisten Antonio Salieri die Grundzüge der klassischen Musik, des Gesangs und des Komponierens vermittelt. Schon mit 12 Jahren komponierte er eigenständig erste Lieder, kurze Zeit später seine erste Oper „Des Teufels Lustschloss“ und eine Messe.

Trotz seiner hohen Produktivität blieben ihm Ruhm und ein weiteres Publikum zu Lebzeiten verwehrt. Erfolge konnte er lediglich in kleinen Fachkreisen und in Rahmen von musikalischen Zusammenkünften („Schubertiaden“) feiern und war auf die finanzielle Unterstützung von Gönnern oder Freunden angewiesen. In seinen Liedern vertonte Schubert immer wieder die Werke von Dichtern, die er verehrte. Darunter finden sich beispielsweise Gedichte von Goethe („Erlkönig“, „Gretchen am Spinnrad“, „Das Heidenröslein“) oder von Friedrich Schiller („Der Taucher“). Mit seinen Liederzyklen „Die Schöne Müllerin“ und „Die Winterreise“ brachte Franz Schubert die Gattung des Lieds im 19. Jahrhundert zu ihrem Höhepunkt.

Nachwirkung & Bedeutung von Schuberts Gesamtwerk

Nach Schuberts frühem Tod im Alter von 31 Jahren dauerte es allerdings lange, bis auch seine Sinfonien, Messen und Opern der Musikwelt zugänglich wurden. Besonders zu verdanken ist dies Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy, die sich stark für Teile seines Gesamtwerks einsetzten. In seinem kurzen Leben schaffte Schubert in fast allen Gattungen Werke und wird in der heutigen Musikwissenschaft zusammen mit Ludwig van Beethoven als Begründer der romantischen Musik gesehen. Mit etwa 600 Kompositionen bilden seine Lieder und Klavierstücke als „kleine lyrische Form“ den Schwerpunkt seines Schaffens. Die Tradition dieser Schwerpunktsetzung wurde von vielen romantischen Künstlern, wie etwa Robert Schumann oder Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch noch im 20. Jahrhundert (z.B. von Hugo Wolf) aufgegriffen.

Bedeutendste Werke Schuberts (Auswahl):

D 257 „Das Heidenröslein“
D 328 „Der Erlkönig“
D 667 „Forellenquintett“
D 759 „Unvollendete“
D 795 „Die Schöne Müllerin“ („Das Wandern ist des Müllers Lust“)
D 810 „Der Tod und das Mädchen“
D 872 „Deutsche Messe“
D 911 „Die Winterreise“ („Am Brunnen vor dem Tore“)
D 944 „Große Sinfonie C-Dur“
D 957 „Schwanengesang“