Giuseppe Verdi

Giuseppe Verdi war ein italienischer Komponist der Romantik, der vor allem durch seine herausragenden Opern bekannt wurde. Wie kaum ein anderer prägte er die italienische Oper im 19. Jahrhundert und feierte mit fast allen seiner Werke große Erfolge. Noch heute gehören seine Kompositionen, wie „Nabucco“, „Rigoletto“, „La Traviata“ oder „Aida“, zum Standardprogramm zahlreicher Opernhäuser und Festspiele.

Musikalisches Schaffen

Der große Opernkomponist Giuseppe Verdi wurde im Jahr 1813 in einfachen Verhältnissen geboren. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung wurde ihm von einigen Gönnern eine musikalische Ausbildung ermöglicht, und so begann er bereits in jungen Jahren, Musik zu komponieren. Schon im Alter von 15 Jahren durfte er sich über erste öffentliche Aufführungen freuen. Als Verdi 1832 nach Mailand ging, wurde er vom Komponisten und Konzertmeister der Mailänder Scala als Schüler aufgenommen. 6 Jahre später feierte er mit seiner ersten Opernkomposition, „Oberto conte di San Bonifacio“, seinen ersten Achtungserfolg im Teatro alla Scala di Milano.

Kurz nachdem seine Kinder und seine Frau überraschend gestorben waren, erntete Verdi für seine komische Oper „Un giorno di regno“ 1840 Spott und Häme, weshalb er seine Tätigkeit als Komponist beinahe aufgeben wollte. Glücklicherweise gelang es Bartolomeo Merelli- seines Zeichens Direktor der Scala- den Virtuosen vom Gegenteil zu überzeugen: Wenig später wurde sein Werk „Nabucco“ zum Sensationserfolg, und Verdi rasch auch international zum Inbegriff italienischer Kompositionskunst.

In weiterer Folge komponierte er innerhalb kürzester Zeit mehrere Opern, von denen besonders „Macbeth“ und „Luisa Miller“ als größte Erfolge zu nennen sind. Misserfolg war für Verdi jedoch ohnehin zum Fremdwort geworden. Nachdem er es geschafft hatte, sich mit seinen ersten Opern eine wirtschaftlich stabile Basis zu schaffen, zog er sich zurück, um sich voll und ganz auf das Komponieren konzentrieren zu können. Das Resultat spiegelt sich in der sogenannten „trilogia populare“ wider, die mit der Veröffentlichung von „Rigoletto“, „Il trovatore“ und „La traviata“ den Höhepunkt in Verdis musikalischem Schaffen bildet.

Die musikalisch best-durchdachten Werke („Aida“, „Otello“, „Falstaff“) komponierte Verdi in seiner späten Schaffensphase. Insbesondere „Falstaff“ gilt vielerorts als die bedeutendste komische Oper überhaupt, und feierte 1893 als letztes seiner vielen Werke einen überwältigen Erfolg an der Mailänder Scala - ausgerechnet an jenem Ort, an dem er mit seiner ersten komischen Oper 50 Jahre zuvor noch seinen größten Misserfolg erlebt hatte.

Bedeutung & Nachwirkung von Verdis Gesamtwerk

Mit Verdis 26 Opern umfassendem Gesamtwerk erreichte die italienische Oper im 19. Jahrhundert ihre vollendete Ausprägung. Viele seiner Stücke gehören heute weltweit zum Standardrepertoire der großen Kulturinstitutionen. Der Fokus in Verdis Bühnenwerken liegt im Gegensatz zu seinem Kontrahenten Richard Wagner auf dem Libretto. Das Orchester tritt vergleichsweise in den Hintergrund, während die Stimmen und die Kantabilität oberste Priorität haben. Außerdem zeichnen sich Verdis Werke anders als bei Wagner vor allem durch ihre melodisch-rhythmischen Ausdrucksmittel aus, die dem Publikum die Dramatik vermitteln sollen. Inspiriert wurde der Komponist dabei insbesondere von den bedeutenden Dramatikern Shakespeare und Schiller.

Bedeutendste Werke Verdis (Auswahl):

Oper 1842 – “Nabucco“
Oper 1844 – “I due Foscari”
Oper 1847 – “Macbeth”
Oper 1851 – “Rigoletto”
Oper 1853 – “Il trovatore”
Oper 1853 – “La traviata”
Oper 1855 – “I vespri siciliani”
Oper 1857 – “Simon Boccanegra”
Oper 1859 – “Un ballo in maschera”
Oper 1867 – “Don Carlos”
Oper 1871 – “Aida”
Oper 1887 – “Otello”
Oper 1893 – “Falstaff”

Ave Maria (“Messa di Gloria”), 1833
Messa da Requiem (“Manzoni-Requiem”), 1874