Johann Strauss Sohn

Johann Strauss Sohn war ein österreichischer Komponist und Dirigent, der mit seinen beliebten Walzerkompositionen, wie etwa  „An der schönen blauen Donau“, „Wiener Blut“ oder dem „Kaiserwalzer“ im 19. Jahrhundert zum „Walzerkönig“ avancierte und diese Stellung in der Musikgeschichte bis heute einnimmt. Sein einzigartiges Gesamtwerk umfasst mehr als 500 Walzer, 16 Operetten, Polkas, Quadrillen, ein Ballett und eine Oper.

Musikalisches Schaffen

Johann Strauss Sohn wurde 1825 als Sohn seines gleichnamigen Vaters Johann Strauss geboren, der ebenfalls als Musiker und Komponist tätig war und mit seinen zahlreichen Konzerttourneen dem Walzergenre zu internationaler Beliebtheit verholfen hatte. Gegen den Willen seines Vaters wurde auch Johann Strauss jun. von seiner Mutter als Musiker gefördert, indem sie ihm heimlich Violinen- und Kompositionsunterricht ermöglichte. Bald gründete er sein eigenes Orchester und begann, öffentlich Konzerte zu geben, um anstelle seines beleidigten Vaters für die Familie zu sorgen. Sein erstes Konzert sollte zum Riesenerfolg werden: Am 15. Oktober 1844 trat Johann Strauss Sohn im Dommayer Casino auf, das damals für seine kulturell-hochwertigen Veranstaltungen berühmt war. Seine Musikstücke wurden begeistert vom Publikum aufgenommen, Johann Strauss Sohn wurde zum neuen Star des Wiener Kulturgeschehens und damit zum größten Konkurrenten seines eigenen Vaters.

Vom Walzerkönig zum Begründer der Goldenen Wiener Operetten-Ära

Nach dem Tod seines Vaters 1849 übernahm Johann Strauss Sohn dessen Orchester und eroberte die Gunst des internationalen Publikums quer durch Europa. Bis 1864 komponierte der Musiker ausschließlich Tanzmusik und verhalf dem Walzergenre so zu seiner Blütezeit, was ihm seinen bis heute erhaltenen Ruf als „Walzerkönig“ einbrachte. Sein wohl berühmtestes Werk bildet sein Walzer „An der schönen blauen Donau“, der 1867 in Wien seine Uraufführung erlebte und bis heute als inoffizielle Hymne Österreichs gilt.

Später wandte sich der international geschätzte Komponist jedoch auch anderen Genres zu: 1871 fand im Theater an der Wien die Premiere seiner ersten Operette „Indigo und die 40 Räuber“ statt. Nach gemischten Kritiken an seinem Erstlingswerk ließ er mit seinem Sensationsstück „Die Fledermaus“ 3 Jahre später schließlich sämtliche Kritiker verstummen. Bis heute ist das Werk die weltweit meist gespielte Operette aller Zeiten. Der „Walzerkönig“ wurde damit zum Begründer der „Goldenen Ära der Wiener Operette“, und ließ auch in den nächsten Jahren weitere Erfolgskompositionen folgen („Eine Nacht in Venedig“, „Der Zigeunerbaron“).

Bekannteste Werke Strauss (Auswahl):

Op. 314 – „An der schönen blauen Donau“ ("Donauwalzer")
Op. 325 – „Geschichten aus dem Wienerwald“
Op. 354 – „Wiener Blut“
Op. 410 – „Frühlingsstimmen“
Op. 437 – „Kaiserwalzer“

Operette – „Der Zigeunerbaron“
Operette – „Die Fledermaus“
Operette – „Eine Nacht in Venedig“