Johannes Brahms

Johannes Brahms war einer der bedeutendsten Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Neben seiner Kompositionstätigkeit war er als Dirigent und Pianist bereits zu Lebzeiten anerkannt. Seine zahlreichen Werke werden weitestgehend der Romantik zugeordnet und umfassen mit Ausnahme der Oper beinahe alle musikalischen Gattungen.

Musikalisches Schaffen

1833 als Sohn eines Berufsmusikers in Hamburg geboren, wurde Johannes Brahms bereits früh gefördert. Mit 7 Jahren erhielt er erstmals Klavierunterricht, seine speziellen Fähigkeiten eignete er sich jedoch vorwiegend im Selbststudium an. Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches Talent für das Komponieren, wobei er sich anfangs ausschließlich auf Klavierwerke beschränkte. Den endgültigen Durchbruch schaffte er schließlich mit freundschaftlicher Hilfe seines Musikerkollegen Robert Schumann, den Brahms 1853 kennenlernte und zu dem er eine lebenslange Freundschaft pflegte. Der damals bereits anerkannte Schumann huldigte der Musik Brahms öffentlich und machte sie so einem breiteren Publikum zugänglich.

Im Laufe der Jahre schuf Brahms keine einzige Oper, schrieb jedoch in beinahe jeder anderen Gattung bedeutende Werke. Neben seinen zahlreichen Klavierstücken finden sich darunter Symphonien, Solokonzerte, Serenaden, Konzertouvertüren, die Haydn-Variationen, sein Deutsches Requiem, Hunderte von Liedern und natürlich seine beliebten Ungarischen Tänze. In seiner Zeit in Wien, die auch als die kreativste Schaffensphase des Komponisten gesehen wird, leitete Brahms zwischen 1863 und 1864 die Singakademie und später für einige Jahre die Konzerte im Wiener Musikverein. Durch sein Ansehen und seine ausgezeichnete finanzielle Situation konnte er sich leisten, jahrelang als freischaffender Künstler und ohne Festanstellung zu leben, was sein musikalisches Schaffen deutlich förderte. In Wien entstanden schließlich alle seine Orchesterwerke.

Wirkung & Charakteristika der Werke

Die Werke von Johannes Brahms zeichnen sich insbesondere durch ihren romantischen Stil aus, der sich in den harmonischen Grundzügen der Musik äußert. Sein persönlicher Stil ist durch einen Rückgriff auf traditionelle mittelalterliche Kirchentonarten und einen lyrischen Grundton gekennzeichnet. Verbunden mit der genialen Kanontechnik und geringfügigen Abweichungen von den traditionellen Grundprinzipien gelang es ihm, trotz der tradierten Formen ein eigenständiges und unabhängiges Werk zu schaffen.

Mit diesem konservativen Stil stand er im Widerspruch zu den radikalen Neuerungen von Wagner oder Liszt, was zu mehreren öffentlichen Auseinandersetzungen führte. Während sich der äußerst selbstkritische Brahms in Zurückhaltung übte, brachte insbesondere Wagner seine Ablehnung gegenüber Brahms Musik vermehrt zum Ausdruck.

Bedeutendste Werke Brahms (Auswahl):

Op. 45 – „Ein Deutsches Requiem“
Op. 49 – „Wiegenlied“ („Guten Abend, gut‘ Nacht!“)
Op. 54 – „Schicksalslied“
Op. 55 – „Triumphlied“
Op. 56 – „Haydn-Variationen”
Op. 80 – „Akademische Festouvertüre“
Op. 103 / Op. 112 – „Zigeunerlieder“

WoO 1 – „Ungarische Tänze“