Joseph Haydn

Joseph Haydn war ein österreichischer Komponist zur Zeit der Wiener Klassik, der in weitesten Kreisen als „Vater“ der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts betrachtet wird. Außerdem leistete er mit seinen über 1000 Werken einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Sonatenform.

Musikalisches Schaffen

Joseph Haydn wurde 1732 im Niederösterreichischen Rohrau geboren und wuchs im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht in einer Musikerfamilie auf. Dennoch wurde sein Talent bereits früh entdeckt, und so kam er erstmals mit 8 Jahren als Chorknabe im Wiener Stephansdom in den Genuss eines hochwertigen Gesangs-, Klavier- und Violinunterricht. Die wesentlichen Grundlagen der Musiktheorie und der Kunst des Komponierens eignete er sich allerdings vorwiegend im Selbststudium an.

Die überwiegende Zeit seiner Karriere (1761-1790) verbrachte er als Kapellmeister des Fürsten Esterházy in Eisenstadt, wo die meisten seiner insgesamt 60 Klaviersonaten und der 68 Streichquartette entstanden. Danach unternahm Haydn als selbstständiger Künstler zahlreiche Reisen ins Ausland, wo seine Kompositionen zuvor längst Berühmtheit erlangt hatten und er dadurch speziell in England schnell ins Zentrum des Musikgeschehens rückte. Joseph Haydn pflegte intensiven Kontakt zu den wichtigsten Adelsgeschlechtern und Musikern der damaligen Zeit- so war er ein gern gesehener Gast im Englischen Herrscherhaus, beim Preußischen König Friedrich Wilhelm II. aber auch im Habsburgischen Hof von Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz Joseph II. Freundschaftlich war er vor allem eng zu Wolfgang Amadeus Mozart und dessen Vater Leopold verbunden. Zu seinen Schülern zählte niemand Geringerer als Ludwig van Beethoven, den er persönlich zum Unterricht nach Wien einlud, aber auch Ignaz Joseph Pleyel oder Luigi Cherubini.

Nachwirkung & Bedeutung von Haydns Gesamtwerk

Der künstlerischen Produktivität und Kreativität Haydns waren offenbar keine Grenzen gesetzt. Sein Gesamtwerk umfasst über 1000 Kompositionen, darunter 107 Sinfonien, Streichquartette, Konzerte, Trios, Klaviersonaten, große Oratorien („Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“), Messen, Opern, Singspiele und vieles mehr. Besonders bedeutsam war die Komposition der „Kaiserhymne“, die Haydn 1797 im Auftrag von Kaiser Franz II. komponierte und welche bis 1918 als offizielle Hymne des Kaisertums Österreichs diente. Die Melodie der ehemaligen Kaiserhymne wird heute als Deutsche Nationalhymne verwendet.

Die musikalische Leistung und der nachhaltige Beitrag, den Haydn mit seiner Musik lieferte, ist jedoch noch beeindruckender, als es die bloßen Werke erahnen lassen: Sein einzigartiger Stil beeinflusste nicht nur die anderen großen „Wiener Klassiker“ Mozart und Beethoven, sondern auch die nachhaltige Entwicklung der klassischen Musik. Neben der Entstehung der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts, förderte er mit seinen Werken auch die Tendenz, größere musikalische Strukturen aus einfachen Motiven zu entfalten.

Bedeutendste Werke Haydns (Auswahl):

Hob. I: 45 Sinfonie – „Der Abschied“
Hob. I: 94 Sinfonie – „Sinfonie mit dem Paukenschlag“
Hob. I: 101 Sinfonie – „Die Uhr“

Hob. III: 37 Streichquartett – „Russische Quartette“
Hob. III: 77 Streichquartett – „Kaiserquartett“ (Hymne: „Gott erhalte Franz, den Kaiser“)
Hob. III: 78 Streichquartett – „Sonnenaufgangsquartett“

Hob. XXI: 2 Oratorium – „Die Schöpfung“
Hob. XXI: 3 Oratorium – „Die Jahreszeiten“