Karlskirche Wien

Die Wiener Karlskirche gilt als eine der bedeutendsten barocken Kirchenbauten nördlich der Alpen und wurde 1739 fertiggestellt. Grund für die Errichtung war ein Gelübde Kaiser Karls VI., das er ablegte, als Wien 1713 von der Pest heimgesucht wurde. Er versprach, dem als „Pestheiligen“ geltenden Kardinal Karl Borromeo für die Errettung der Stadt eine Kirche zu widmen.

Geschichte der Wiener Karlskirche – Eine Kirche mit bedeutender Symbolik

Bei dem dafür ausgeschriebenen Architekturwettbewerb setzte sich Johann Bernhard Fischer von Erlach durch, der die Pläne für den Bau entwickelte, welche nach dessen Tod 1723 von seinem Sohn Joseph Emanuel vollendet wurden. Abgesehen von ihrer imposanten Monumentalität beeindruckt die Karlskirche auch durch ihr vielschichtiges, symbolisches Programm, das aus den einzelnen Elementen der Architektur herausgelesen werden kann. Diese Symbolik geht auf einen Gelehrtenkreis zurück, zu dem unter anderem der Philosoph Gottfried Leibnitz oder Carl Gustav Heraeus gehörte, und äußert sich insbesondere in den Triumphsäulen, Reliefs und Fresken innerhalb des kuppelgekrönten Baus. Symbolisiert und skizziert werden sollten einerseits die Pest als Anlass für den Bau, die Demut der Habsburger gegenüber dem Heiligen, aber auch die Standhaftigkeit und der Herrschaftsanspruch der Habsburgerdynastie.

Heute wirkt die Karlskirche am Wiener Karlsplatz durch ihre äußerliche Gestalt mit der Kuppel und den zwei flankierenden Reliefsäulen als beeindruckendes architektonisches Gegengewicht zum Wiener Musikverein und zur Technischen Universität Wien.