Richard Wagner

Richard Wagner war ein deutscher Komponist, Dichter und Schriftsteller, der die romantische Musik mit seinen opulenten Werken zu ihrem Höhepunkt führte. Als erster Komponist gestaltete er seine „Musikdramen“ als Gesamtkunstwerk, indem er die dramatischen Handlungen mit Libretti, Musik und Regieanweisungen versah. Damit gilt er als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert.

Musikalisches Schaffen

Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren. Schon als Schüler war für Wagner klar, dass er Musiker werden würde und so begann er im Alter von 16 Jahren, erste Sonaten, ein Streichquartett, sowie mehrere Ouvertüren zu komponieren.

Ab 1831 begann Wagner in Leipzig sein Musikstudium und erhielt Unterricht in Komposition. In den Folgejahren bekleidete er an den Opernhäusern in Würzburg, Magdeburg, Königsberg und Riga die Position als Dirigent, musste aufgrund hoher Verschuldung 1841 jedoch aus Riga fliehen. Auf der turbulenten Schifffahrt entstanden erste Ideen und Inspirationen für sein späteres Erfolgswerk „Der fliegende Holländer“.

Der künstlerische Durchbruch Wagners folgte schließlich 1842, als die Uraufführung seiner Oper „Rienzi“ an der Dresdner Hofoper einen riesigen Erfolg feierte. Nachdem er in Dresden eine fixe Anstellung als Kapellmeister erhielt, sollten hier weitere Meisterwerke folgen (Uraufführung von „Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“). Seine Oper „Lohengrin“ wurde 1850 in Abwesenheit des Komponisten von seinem langjährigen Freund Franz Liszt in Weimar uraufgeführt.

Nach vielen Jahren finanzieller und politisch-begründeter Schwierigkeiten fand Wagner schließlich 1864 in König Ludwig II. in Bayern einen Mäzen, der ihn fortan unterstützte und finanzierte. Aus diesem Grund wurden viele seiner wichtigsten Stücke in München uraufgeführt („Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“). Mit der Unterstützung Ludwigs II. konnte Richard Wagner 1872 den Grundstein für die Gründung des Festspielhauses Bayreuth legen. Bei den ersten Bayreuther Festspielen 1876 kam unter Wagners persönlicher Leitung erstmals sein Hauptwerk, „Der Ring des Nibelungen“ vollständig zur Aufführung, an dem er zwischen 1848 und 1874 gearbeitet hatte. Als eines der letzten Werke vollendete der Komponist 1882 sein Werk „Parsifal“, das im selben Jahr bei den zweiten Bayreuther Festspielen uraufgeführt wurde.

Nachwirkung & Bedeutung von Wagners Gesamtwerk

Wagners Gesamtwerk gilt für viele Musiktheoretiker als Ausgangspunkt der modernen Musik. Sein einzigartiger Stil zeigt sich insbesondere in der Harmonik seiner Werke, die bis zu diesem Zeitpunkt zu Gunsten der Melodik vernachlässigt worden war. Die Bedeutung von Wagners Werken war bereits damals unumstritten, wurde allerdings nicht von allen Komponisten stilistisch aufgenommen. Während sich etwa Richard Strauss oder Gustav Mahler am revolutionären Stil Wagners orientierten, lehnten Peter Tschaikowsky und Antonín Dvořák sein Werk zu Gunsten der traditionellen Formen ab.

Höchster Stellenwert wird Wagner in der Musiktheorie für die Weiterentwicklung der Oper zugemessen. Der Komponist revolutionierte die theoretischen und praktischen Grundlagen der Oper, indem er dramatische Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete, und zu seinen musikalischen Werken auch Text und Regieanweisungen schrieb. Dabei vernachlässigte er Arien und legte einen besonderen Stellenwert auf musikalische Leitmotive, die einer Person, einem Gegenstand oder einem Gefühl zugeordnet werden und immer dann erklingen, wenn diese auftauchen.

Bedeutendste Werke Wagners (Auswahl):

WWV 49 – „Rienzi, der Letzte der Tribunen“
WWV 63 – „Der fliegende Holländer“
WWV 70 – „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“
WWV 75 – „Lohengrin“
WWV 86 – „Der Ring des Nibelungen“ (4-teilig) („Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“, „Götterdämmerung“)
WWV 90 – „Tristan und Isolde“
WWV 96 – „Die Meistersinger von Nürnberg“
WWV 111 – „Parsifal“

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