Spanische Hofreitschule

Mit einer über 430-jährigen Geschichte ist die Spanische Hofreitschule die älteste Reitinstitution der Welt. Die traditionsreiche Einrichtung ist damit eine äußerst bedeutende Kulturinstitution in Wien und zählt jährlich mehr als 300.000 Besucher. Ansäßig im Michaelertrakt der Wiener Hofburg wird hier seit jeher die hohe Schule der klassischen Reitkunst gepflegt und praktiziert. Dadurch leistet die Spanische Hofreitschule mit der Ausbildung ihrer Lipizzaner einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung dieser Kunst.

Geschichte der Spanischen Hofreitschule

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Institution 1572 in Form einer Rechnung, die eine Holzlieferung zur Errichtung einer Reithalle dokumentierte. Die Bezeichnung „Spanische Hofreitschule" leitet sich von der spanischen Pferderasse ab, die als Vorgänger der Lipizzaner auf der Iberischen Halbinsel heimisch war. Diese Rasse galt als edel, gelehrig und besonders geeignet für die klassische Reitkunst.

Schließlich war es Kaiser Karl VI., der die bezaubernde Winterreitschule im Gebäudekomplex der Wiener Hofburg erbauen ließ. Dazu beauftragte er den berühmten Architekten Josef Emanuel Fischer von Erlach. In der zwischen 1729 und 1735 errichteten prachtvollen Barockhalle werden noch heute die Lipizzanerhengste ausgebildet und den zahlreichen Besuchern in beindruckenden Vorstellungen präsentiert. Die Rahmenbedingungen könnten dabei nicht besser sein - die Halle gilt als die schönste Reithalle der Welt.

Klassische Reitkunst im Zeichen der Tradition

Die Spanische Hofreitschule genießt ihr Ansehen als einzige Institution, die die klassische Reitkunst über die letzten Jahrhunderte bis zum heutigen Tage durchgehend gepflegt und somit erhalten hat. Grund dafür war insbesondere die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege, die in ganz Europa - mit Ausnahme der Spanischen Hofreitschule - sämtliche Institute zum Ende brachten, die sich der klassischen Reitkunst verpflichtet gefühlt hatten.